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Ratgeber starkes Schwitzen

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Starkes Schwitzen
Wissenswertes zu starkem Schwitzen

Viele Gerüchte und Irrtümer ranken sich um das starke Schwitzen. Diese reichen von mangelnder Körperhygiene, über Geschlechtsdispositionen, bis hin zu Assoziationen mit übergewichtigen Menschen. Dabei trifft starkes Schwitzen auf rund ein Prozent der westlichen Bevölkerung zu. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig von diesem Phänomen betroffen, lediglich die Lokalisation unterscheidet sich geringfügig voneinander. Genaue Zahlen sind hingegen schwer zu ermitteln. Zu hoch ist die Dunkelziffer, da starkes Schwitzen noch immer zu den Tabuthemen in der Gesellschaft gehört. Informatioen über starkes Schwitzen kann viele Vorurteile widerlegen und Betroffenen helfen, ohne Scham Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wissenswertes zu starkem Schwitzen

Wissenswertes zum Körpergewicht

Starkes Schwitzen hat mit einem erhöhten Körpergewicht nichts zu tun. Auch schlanke Menschen können unter der Hyperhidrose, wie starkes Schwitzen von Medizinern bezeichnet wird, leiden. Es handelt sich um eine Fehlfunktion im Bereich des vegetativen Nervensystems, wodurch die Schweißdrüsen angeregt werden, mehr Schweiß zu produzieren, als zur Temperaturregulierung nötig ist. Auch verschiedene Krankheiten können starkes Schwitzen zur Folge haben. Ein „zu viel“ an Schweiß, sollte daher immer durch einen Arzt abgeklärt werden.

Starkes Schwitzen ist keine Männersache

Durchgeschwitzte Hemden, Schweißperlen auf der Stirn und ein feuchter Händedruck sind keineswegs rein männliche Probleme. Zwar schwitzen Männer durch ihren vom Testosteron geleiteten Hormonhaushalt schneller und auch stärker als Frauen, starkes Schwitzen ist allerdings ein Problem, das beide Geschlechter gleichermaßen betrifft. Wissenswert ist ebenfalls, dass für rund 1 Prozent der westlichen Bevölkerung starkes Schwitzen zum Alltag gehört. Männer leiden dabei häufiger unter starkem plantaren Schwitzen (Schwitzen der Füße), bei Frauen ist es der Achselschweiß, der sie öfter plagt. Häufig ist es jedoch das starke Geschlecht, welches sich wegen ihrer starken Schweißproduktion nicht gerne in Behandlung begibt. Verlässliche Zahlen zur Häufigkeit von Hyperhidrose gibt es allerdings nicht, da viele Betroffene ihre Erkrankung nicht öffentlich machen.

Starkes Schwitzen und Sport

Wer Sport treibt, schwitzt weniger. Dieser Irrglaube hält sich sehr hartnäckig. Wissenswert ist allerdings, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Sportler schwitzen in der Regel viel schneller als Nichtsportler. Zu erklären ist das mit der höheren Effizienz, mit der Sportler schwitzen. Ihre Schweißdrüsen sind trainiert und können bei Anstrengung flexibel geschaltet werden. Das thermoregulatorische Gedächtnis registriert schon zu Beginn der körperlichen Belastung, dass ein Temperaturanstieg bevorsteht und gibt den Einsatzbefehl für die Schweißproduktion.

Bei Untrainierten erfolgt die Schweißproduktion erst, wenn die körpereigenen Wärmesensoren den Temperaturanstieg durch die körperliche Belastung an das Gehirn melden. Bei einem Nichtsportler sind zudem wesentlich weniger Schweißdrüsen aktiv, wodurch selbst bei starker körperlicher Aktivität weniger Schweiß abgesondert werden kann als bei einem trainierten Sportler. Der Ratschlag, gegen starkes Schwitzen mehr Sport zu treiben, funktioniert somit leider nicht.

Starkes Schwitzen und Hygiene

Starkes Schwitzen geht oft mit vermehrtem Körpergeruch einher. Wissenswert ist allerdings, dass der Körpergeruch bei der Hyperhidrose nicht mit mangelnder Hygiene zusammenhängt. Schweiß ist im Allgemeinen vollkommen geruchlos. Erst, wenn das Sekret auf die Hautoberfläche trifft, kommt es durch bakterielle Zersetzungsprozesse zum typischen Schweißgeruch. Wird nun noch mehr Schweiß produziert als notwendig ist, kann dieser nicht so schnell an der Hautoberfläche verdunsten. Es bildet sich ein permanenter Schweißfilm, der länger auf der Haut verweilt als üblich. Entsprechend stark kann sich die Bakterienflora nun an diesen Stellen vermehren und für den unangenehmen Schweißgeruch sorgen. Die Schweißmenge selbst kann durch intensive Körperhygiene nicht reduziert werden.

Judith Schomaker

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Diagnose starkes Schwitzen

Zur Diagnose einer übermäßigen Schweißproduktion gibt die Anamnese schon die ersten, richtungsweisenden Aufschlüsse. Ist eine familiäre Häufung zu erkennen, liegen keine anderen Beschwerden vor und wird starkes Schwitzen an den für eine Hyperhidrose typischen Stellen (Handflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen) beobachtet, so sind in der Regel keine weiteren diagnostischen Maßnahmen zur Sicherung der Diagnose nötig. Mit verschiedenen Tests lassen sich der Schweregrad und die genaue Ausdehnung der Hyperhidrose feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten. Gesellen sich zum starken Schwitzen noch weitere Symptome hinzu, so werden weiterführende diagnostische Maßnahmen ergriffen, um eine mögliche Grunderkrankung ausschließen zu können.

Durch das Schwitzen reguliert der Körper seine Temperatur. Die Schweißdrüsen sondern hierzu eine salzhaltige, wässrige Flüssigkeit ab, die an der Hautoberfläche verdunstet und so für die nötige Kühlung sorgt. Gesteuert wird die Schweißproduktion über bestimmte Nervenbotenstoffe durch das vegetative Nervensystem. Liegt eine Störung in diesem Bereich vor, wird mehr Schweiß produziert, als zur Temperaturregulierung notwendig ist. Der Mediziner spricht dann von einer primären Hyperhidrose. Nicht immer ist starkes Schwitzen auf eine Störung der Reizleitung zurückzuführen. Verschiedene Krankheiten können sich ebenfalls durch starkes Schwitzen äußern. In diesem Fall handelt es sich um eine sekundäre Hyperhidrose.

Die Entstehung von starkem Schwitzen kann unterschiedliche Ursachen haben. Mitunter liegen Grunderkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Tumoren zugrunde und werden durch starkes Schwitzen begleitet. Hormonumstellungen sind ebenfalls im Zusammenhang mit starkem Schwitzen zu beobachten, bei Frauen zum Beispiel häufig in den Wechseljahren. Eine gewisse genetische Veranlagung ist bei starkem Schwitzen ebenfalls zu erkennen. Schon während der Pubertät manifestiert sich dann die vermehrte Schweißproduktion an bestimmten Körperregionen. Ist keine Grunderkrankungen für das übermäßige Schwitzen zu diagnostizieren, so handelt es sich um die primäre Hyperhidrose.