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Ratgeber starkes Schwitzen

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Starkes Schwitzen
Was ist starkes Schwitzen?

Durch das Schwitzen reguliert der Körper seine Temperatur. Die Schweißdrüsen sondern hierzu eine salzhaltige, wässrige Flüssigkeit ab, die an der Hautoberfläche verdunstet und so für die nötige Kühlung sorgt. Gesteuert wird die Schweißproduktion über bestimmte Nervenbotenstoffe durch das vegetative Nervensystem. Liegt eine Störung in diesem Bereich vor, wird mehr Schweiß produziert, als zur Temperaturregulierung notwendig ist. Der Mediziner spricht dann von einer primären Hyperhidrose. Nicht immer ist starkes Schwitzen auf eine Störung der Reizleitung zurückzuführen. Verschiedene Krankheiten können sich ebenfalls durch starkes Schwitzen äußern. In diesem Fall handelt es sich um eine sekundäre Hyperhidrose.

Die Entstehung von starkem Schwitzen kann unterschiedliche Ursachen haben. Mitunter liegen Grunderkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Tumoren zugrunde und werden durch starkes Schwitzen begleitet. Hormonumstellungen sind ebenfalls im Zusammenhang mit starkem Schwitzen zu beobachten, bei Frauen zum Beispiel häufig in den Wechseljahren. Eine gewisse genetische Veranlagung ist bei starkem Schwitzen ebenfalls zu erkennen. Schon während der Pubertät manifestiert sich dann die vermehrte Schweißproduktion an bestimmten Körperregionen. Ist keine Grunderkrankungen für das übermäßige Schwitzen zu diagnostizieren, so handelt es sich um die primäre Hyperhidrose.

Diagnose starkes Schwitzen

Zur Diagnose einer übermäßigen Schweißproduktion gibt die Anamnese schon die ersten, richtungsweisenden Aufschlüsse. Ist eine familiäre Häufung zu erkennen, liegen keine anderen Beschwerden vor und wird starkes Schwitzen an den für eine Hyperhidrose typischen Stellen (Handflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen) beobachtet, so sind in der Regel keine weiteren diagnostischen Maßnahmen zur Sicherung der Diagnose nötig. Mit verschiedenen Tests lassen sich der Schweregrad und die genaue Ausdehnung der Hyperhidrose feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten. Gesellen sich zum starken Schwitzen noch weitere Symptome hinzu, so werden weiterführende diagnostische Maßnahmen ergriffen, um eine mögliche Grunderkrankung ausschließen zu können.

Viele Gerüchte und Irrtümer ranken sich um das starke Schwitzen. Diese reichen von mangelnder Körperhygiene, über Geschlechtsdispositionen, bis hin zu Assoziationen mit übergewichtigen Menschen. Dabei trifft starkes Schwitzen auf rund ein Prozent der westlichen Bevölkerung zu. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig von diesem Phänomen betroffen, lediglich die Lokalisation unterscheidet sich geringfügig voneinander. Genaue Zahlen sind hingegen schwer zu ermitteln. Zu hoch ist die Dunkelziffer, da starkes Schwitzen noch immer zu den Tabuthemen in der Gesellschaft gehört. Informatioen über starkes Schwitzen kann viele Vorurteile widerlegen und Betroffenen helfen, ohne Scham Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Was ist starkes Schwitzen?

Schwitzen ist normal, jeder Mensch schwitzt. Hierdurch reguliert der Körper seine Temperatur und leitet die übermäßige Wärme aus dem Körperinneren nach außen. Starkes Schwitzen zeigt sich zum Beispiel bei intensiver körperlicher Betätigung, bei Fieber, bei heißen Temperaturen, etwa im Sommer oder in der Sauna. Doch auch eine Stresssituation kann starkes Schwitzen auslösen, zum Beispiel vor einer Prüfung oder wenn sich ein knurrender Hund mit gefletschten Zähnen nähert.

Wann und in welchem Maße geschwitzt wird, dafür ist das vegetative Nervensystem zuständig. Koordiniert wird es im Hypothalamus, jenem Gehirnareal, das auch die zuständigen Hormone justiert. Nicht immer sind diese salzigen Rinnsale unter den Achseln oder an anderen Körperstellen allerdings erwünscht. Starkes Schwitzen ohne eine Grunderkrankung wird von Medizinern als primäre Hyperhidrose bezeichnet und kann verschiedene Ursachen haben.

Faktoren für starkes Schwitzen

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die Einfluss auf starkes Schwitzen nehmen. Schwitzen ist grundsätzlich eine normale und lebenswichtige Funktion des Körpers. In welchem Maße sie abläuft, ob sie starkes Schwitzen darstellt, ist aber nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sondern mitunter auch an die jeweilige Lebensphase bzw. Lebenssituation gekoppelt. Schwitzen ist somit häufig veränderbar, da zahlreiche Faktoren Einfluss auf die Schweißneigung und damit auf die Neigung zum starken Schwitzen haben. Das können neben dem Körpergewicht, der Ernährung und den Betätigungsgewohnheiten auch die psychische Konstitution oder eine eventuelle Hormonumstellung sein, etwa die Wechseljahre.

Schwitzen – wie geht das eigentlich?

Beinahe auf der gesamten Hautoberfläche befinden sich Schweißdrüsen. Besonders viele von ihnen auf der Stirn, unter den Achseln, den Innenflächen der Hand und unter den Füßen. Über die Fasern des sympathischen Anteils des vegetativen Nervengeflechts erhalten die Schweißdrüsen im Bedarfsfall das Kommando zur Schweißbildung. Bei der Übermittlung dieses Befehls spielt der Nervenbotenstoff Acetylcholin, der auch an vielen weiteren Stoffwechselvorgängen beteiligt ist, eine große Rolle.

Sobald der Befehl zum Schwitzen erteilt wurde, sondern die Schweißdrüsen eine salzige Flüssigkeit ab, die an der Hautoberfläche verdunstet und so einen kühlenden Effekt hat. Schweiß besteht aus einer salzigen Wassermischung, zu der neben Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium, auch Aminosäuren, Harnstoff und Lactat gehören. Die Schweißdrüsen in den Achselhöhlen und im Genitalbereich, die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen, weisen eine Besonderheit auf. Sie sondern beim Schwitzen neben Wasser und Salz auch noch Proteine und Lipide ab – ein fettig, milchiges Sekret, das zunächst geruchlos ist. Trifft dieses Sekret beim Schwitzen jedoch auf die Bakterien an der Hautoberfläche, werden die enthaltenen langkettigen Fettsäuren zu kurzkettigen Butter- und Ameisensäuren abgebaut, wodurch der typische Schweißgeruch entsteht.

Judith Schomaker

 

 

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